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	<title>ITechnisch &#187; Service</title>
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		<title>Der gro&#223;e Schalter im leeren Raum</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Apr 2008 13:07:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Hiegl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[IT Management]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
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		<description><![CDATA[Nicholas Carr, Technologie-Pessimist und -Kritiker (und Blogger), sieht, wie schon etliche andere vor ihm, das Ende der PCs nahe. Vor f&#252;nf Jahren meinte er, dass ITechnik Unternehmen keine strategischen Wettbewerbsvorteile mehr bringe, er stellte fest &#8220;IT Doesn&#8217;t Matter&#8220;. Auch wenn man seine Meinung nicht teilt, ist es in jedem Fall ein lesenswerter Artikel. Als kleine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.nicholasgcarr.com/" rel="nofollow" >Nicholas Carr</a>, Technologie-Pessimist und -Kritiker (und <a href="http://www.roughtype.com/" rel="nofollow" >Blogger</a>), sieht, wie schon etliche andere vor ihm, das Ende der PCs nahe. Vor f&#252;nf Jahren meinte er, dass ITechnik Unternehmen keine strategischen Wettbewerbsvorteile mehr bringe, er stellte fest &#8220;<a href="http://www.nicholasgcarr.com/articles/matter.html" rel="nofollow" >IT Doesn&#8217;t Matter</a>&#8220;. Auch wenn man seine Meinung nicht teilt, ist es in jedem Fall ein lesenswerter Artikel.</p>
<p>Als kleine Erkl&#228;rung: <a href="http://findarticles.com/p/articles/mi_m3257/is_9_61/ai_n21118544" rel="nofollow" >&#252;blicherweise</a> spricht man bei der strategischen Ausrichtung der Unternehmens-ITechnik von vier Typen:</p>
<ul>
<li>commodity</li>
<li>utility</li>
<li>partner</li>
<li>enabler</li>
</ul>
<p>F&#252;r ihn gibt es nur noch die commodity, die anderen drei spielen bei ihm keine wirkliche Rolle mehr.</p>
<p>Schon ein Jahr sp&#228;ter kam er mit der <a href="http://news.zdnet.co.uk/itmanagement/0,1000000308,39197477,00.htm" rel="nofollow" >Idee</a>, dass ITechnik im Unternehmen aussterben werde und ausschlie&#223;lich von einem Dienstleister als eine Art Versorgung wie Wasser oder Strom geliefert werden w&#252;rde. Die Resonanz darauf war gegen&#252;ber seinem fr&#252;heren Artikel eher gering, vielleicht auch weil er im selben Jahr diesen mit &#8220;<a href="http://www.amazon.de/Does-Matter-Information-Technology-Competitive/dp/1591394449/" rel="nofollow" >Does IT matter?</a>&#8221; nochmal pr&#228;zisierte.</p>
<p>In seinem neuen Buch &#8220;<a href="http://www.amazon.de/Big-Switch-Our-Digital-Destiny/dp/0393062287/" rel="nofollow" >The Big Switch</a>&#8221; hat er den Versorgungsgedanken nun nochmal aufgegriffen und weitergedacht. Bei <a href="http://netzwertig.com/" rel="nofollow" >netzwertig</a> hat <a href="http://humaneskapital.typepad.com/" rel="nofollow" >Steffan Heuer</a> ihn dazu interviewt (<a href="http://netzwertig.com/2008/04/23/interview-mit-nick-carr-teil-1-gefangen-im-netz/" rel="nofollow"  >Teil 1</a>, <a href="http://netzwertig.com/2008/04/24/interview-mit-nick-carr-teil-2-gefangen-im-netz/" rel="nofollow"  >Teil 2</a>).</p>
<p>Die Entwicklung, die er in seiner Glaskugel sieht, ist nicht unm&#246;glich, aber in meinen Augen unwahrscheinlich. Er mag ein guter Schreiber mit sehr viel Fantasie und reativen Ideen sein, aber mit den M&#228;rkten dieser Welt scheint er sich nicht besonders gut auszukennen. Er meint, dass er die Gegenwart beschreibt und nicht die Zukunft und sollte doch lieber Science Fiction Autor werden. <span id="more-14"></span></p>
<p>Es ist richtig, dass Cloud Computing (und auch die spezielle Form des Utility Computing) einen Trend darstellt und dennoch gibt es viele Aspekte, die einen Durchbruch wie Carr ihn beschreibt in gro&#223;e Ferne r&#252;cken lassen:</p>
<p>An erster Stelle steht f&#252;r viele Firmen die Sicherheit. Automobilkonzerne wollen zum Beispiel 100%ige Sicherheit, dass ihre Technologien, ihr geistiges Eigentum gesch&#252;tzt bleibt und deshalb werden sie so wenig wie m&#246;glich aus der Hand geben. Das ist nat&#252;rlich auch bei vielen anderen Unternehmen so, speziell wenn es um Berechnungen f&#252;r neue Produkte geht wie zum Beispiel Simulationen. Dabei hilft auch, dass gro&#223;e Rechenleistung immer erschwinglicher wird, nicht nur absolut gesehen, sondern auch bei Leistung/Watt. Ein x86 Commodity Cluster kann sich inzwischen jedes gr&#246;&#223;ere Unternehmen hinstellen.</p>
<p>ITechnik l&#228;sst sich weder mit Strom noch mit Wasser vergleichen, auch wenn man sie f&#252;r Commodity h&#228;lt. Strom und Wasser enthalten keine Daten. Ob ich am gleichen Strom- oder Wassernetz wie mein Wettbewerber h&#228;nge, spielt f&#252;r mich keine Rolle. Wenn meine Daten zuf&#228;llig auf dem gleichen Server liegen, ist mein Unternehmen in Gefahr. Mir f&#228;llt kein passender Vergleich ein, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass ITechnik an sich so speziell und bedeutsam ist.</p>
<p>Die Vorstellung, dass es sich finanziell lohnen k&#246;nnte, trifft nur bei gewissen Unternehmensgr&#246;&#223;en zu. Man darf nicht vergessen, dass in Deutschland immernoch &#252;ber 90% der Unternehmen weniger als 10 Besch&#228;ftigte haben. Diese Unternehmen haben dann lieber einen ITechnik-Dienstleister aus der Nachbarschaft, auf den sie sich verlassen k&#246;nnen. Zudem sind viele dieser Unternehmen noch gar nicht auf dem Status von commodity-ITechnik, wo Carr sie sieht. Ich geh sogar eher davon aus, dass Carr sie gar nicht sieht und seine Thesen eigentlich auf vielleicht 2-5% der Unternehmen st&#252;tzt, wobei er genau das Gegenteil behauptet, wenn er sagt, dass die gro&#223;en Konzerne sich nur langsam darauf einlassen werden und das SMB der Treiber dieser <em>Revolution</em> sein wird.</p>
<p>Computerspiele sind weiterhin einer der wichtigsten Fortschrittsfaktoren der ITechnik. Auch wenn Konsolen mit der neuen Generation den Markt etwas ver&#228;ndert haben, gibt es f&#252;r viele Computerspieler keine Alternative zu ihrem Rechner Zuhause. Modelle wie <a href="http://www.steampowered.com/" rel="nofollow" >Steam</a> sind f&#252;r die Verteilung eine Variante, aber spielen wollen die Nuzer immernoch am eigenen Rechner. Die Performance von <a href="http://secondlife.com/" rel="nofollow" >Second Life</a> zeigt, dass es anders auch nicht wirklich funktioniert.</p>
<p>Es lassen sich sicher noch einige weitere Argumente finden, aber ich stelle einfach meine Gedanken zur Entwicklung hier dagagen:</p>
<p>Carr seine Zukunft wird ihre Nische vor allem im Privatleben von &#228;u&#223;erst internetbezogenen Menschen finden. Doch sobald es an Entwickler und ITechniker geht, wird dem das Bed&#252;rfnis nach der eigenen Infrastruktur entgegenstehen &#8211; auch wenn es etwas teurer sein mag.</p>
<p>Sehr gro&#223;e Unternehmen und auch &#246;ffentliche Einrichtungen wie Universit&#228;ten werden diesen Schritt in sich selbst vollziehen, aber weiter ihre eigene Insel im gro&#223;en Cybermeer bleiben. Eine gro&#223;e Bedeutung wird der Sicherung dieser Inseln zukommen und zugleich dem Br&#252;ckenbau zwischen den Inseln. Kleine Unternehmen bleiben entweder bei ihrer eigenen Ein-Server-L&#246;sung, welche ihnen durch Virtualisierung und bedarfsm&#228;&#223;ige Bereitstellung der Kapazit&#228;t ausreichend Flexibilit&#228;t bietet, oder werden sich auf kleinen Inseln zusammenschlie&#223;en. Hier sehe ich einen neuen Markt f&#252;r ITechnik-Anbieter, in welchen man auch die noch nicht ITechnisierten Unternehmen einbeziehen kann.</p>
<p>Zu den Inseln der Unternehmen. Es wird kein Revival der Thin Clients geben, ganz einfach, weil der Benutzer das nicht will und es f&#252;r viele Anwendungen nicht m&#246;glich ist. Ich mag mein <a href="http://www-306.ibm.com/software/lotus/products/notes/" rel="nofollow" >Lotus Notes</a> 8 (mit <a href="http://hiegl.net/archives/1227/" rel="nofollow" >versch&#246;nertem Workspace</a>) w&#252;rde es aber nicht als gestreamte Software nutzen wollen. Stattdessen wird die Datenhaltung zentralisiert und der nahtlose &#220;bergang zwischen vielen unterschiedlichen Ger&#228;ten perfektioniert werden &#8211; Stichwort &#8220;Br&#252;ckenbau&#8221;. Das beschreibt tats&#228;chlich die Gegenwart. Emails auf dem Thinkpad im Gesch&#228;ft, auf dem Blackberry unterwegs, auf dem eee auf dem Sofa und auf dem iMac am Schreibtisch Zuhause. Die Erfahrung wird nicht auf allen Ger&#228;ten die Selbe sein, sondern individuell an das System angepasst. </p>
<p>Hier ist ITechnik nicht commodity, sondern klarer enabler. Gerade darin, dass einige Firmen den Gedanken Carrs von der commodity ITechnik folgen, erm&#246;glicht es anderen durch die Nutzung der ITechnik als Enabler strategische Wettbewerbsvorteile zu ziehen und dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein.</p>
<p>Carrs gro&#223;er Schalter ist wie gesagt kein reines Hirngespinst, sondern tats&#228;chlich eine theoretische M&#246;glichkeit. Allerdings hat er diesen Schalter im leere Raum positioniert, so dass beim Dr&#252;cken ein leises *klick* zu vernehmen sein wird und &#8230; nichts passiert. </p>
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